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Projekte

Anschauliches Lernen

Projekt der Merianschule

Zum 50-jährigen Schuljubiläum der Merianschule beschäftigten sich unsere Schüler klassenübergreifend intensiv mit Werk und Lebenslauf unserer Namenspatronin Maria Sibylla Merian. Die Größeren besuchten in Nürnberg den „Meriangarten“ an der Kaiserburg und bestaunten das ehemalige Wohnhaus der „Merianin“. Besonders beeindruckten sie die detailgetreuen Zeichnungen von Raupen, Schmetterlingen und Blumen, die die Künstlerin in ihrer Nürnberger Zeit bei Naturstudien anlegte.

Beim Besuch des Merianbeets am Heilkräutergarten am Hallertor, das bereits im Frühling 2017 von Merianschülern gemeinsam mit dem BUND Naturschutz, dem Ehepaar Lölhöffel und SÖR angelegt worden war, entstand bei den Schülern und Lehrern der Wunsch, den eigenen Schulgarten noch insekten- und schmetterlingsfreundlicher zu gestalten.

So wurde im Rahmen eines Projekttags im April ein Schmetterlings- bzw. Merianbeet mit den unterschiedlichsten Kräutern und Nektarpflanzen angelegt, die eine gesunde Entwicklung der Schmetterlinge positiv unterstützen können. Tatkräftige und finanzielle Unterstützung erhielten wir hierbei von der Firma Novartis. Mit Broschüren und Literatur erarbeiteten wir zudem, welche Schmetterlingsarten und Falter in unserer Region heimisch sind.

Parallel befassten sich unsere Erstklässer ganzheitlich mit dem Thema „Metamorphose: von der Raupe zum Schmetterling“. Spielerisch wurde mit Bildern und Gebärden aus dem Buch der „Unterstützten Kommunikation“: „Die Raupe Nimmersatt“ die Entwicklung einer Raupe zum Schmetterling erarbeitet und das Lied „Die Raupe Nimmersatt“ gesungen. In Arbeitsblättern wurden Bilder zu den Entwicklungsstadien eingeklebt.

Im Kunstunterricht gestalteten die Schüler passend hierzu aus den unterschiedlichsten Materialien farbenfrohe Raupen und Schmetterlinge. Im Schulgarten säten sie eine Schmetterlingswiese aus. Erfreulicherweise ergab sich Anfang Juni die Gelegenheit, an einem umweltpädagogischen Angebot bei Herrn Mümmler teilzunehmen. Er kam mit echten Eiern und Raupen eines Distelfalters und Anschauungsmodellen in den Unterricht. Die Raupen blieben in einem Behältnis mit Nahrungsbrei im Klassenzimmer. Dadurch konnten die Schüler über mehrere Tage in ihrem Klassenzimmer „live“ die Entwicklung der Raupen bis zum fertigen Distelfalter verfolgen. Durch die warmen Temperaturen schlüpften die Falter sogar ein paar Tage früher als erwartet. Selbstverständlich wurden diese Falter abschließend im Schulgarten in die Freiheit entlassen.

Die Begeisterung der Merianschüler über diese Projekte zeigte sich auch noch Wochen später. Bei Ausflügen und Waldspaziergängen schauten sie sich intensiv wie „Detektive“ in ihrer Umgebung um und hielten eifrig Ausschau nach diesen faszinierenden Wesen.

Text: Silke Probst (projektleitende Lehrerin an der Merianschule)

Merianin-Beet auf dem Hallertorzwinger

Schmetterlings- und Insektenbeet

Zum Jubiläumsjahr von Maria Sibylla Merian hat die Kreisgruppe Nürnberg des BUND Naturschutz zusammen mit der Merianschule im Jahr 2017 im Heilkräutergarten am Hallertor ein Schmetterlings- und Insektenbeet angelegt. Neben Nektarpflanzen für die Schmetterlinge wurde vor allem an Fresspflanzen für Raupen gedacht. Während die erwachsenen Tiere meist nicht wählerisch bei der Nahrungssuche sind, haben sich Raupen oft stark spezialisiert. Würde man zum Beispiel die meist unerwünschten Brennnesseln ausrotten, dann hätten es solch schöne Falter wie das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs sehr schwer. Denn ihre Raupen fressen fast ausschließlich an Brennnesseln.

Bei der Einweihungsfeier des Merianbeets entstand eine wunderbare Zusammenarbeit des BN mit Margot Lölhöffel, die sich schon lange auf den Spuren von Maria Sibylla Merian für unsere Schmetterlinge einsetzt und mehr Lebensraum für diese einfordert. Ihr Projekt Merianin 2018+ begann zu wachsen.

Dieses Musterbeet wurde 2017 vom BUND Naturschutz Nürnberg mit seiner Projektgruppe Heilkräutergarten, mit seinem Arbeitskreis BN-Interkulturell und und seinem Forum International gemeinsam mit der Nürnberger Merianschule angelegt.

Flatternde und summende Gäste werden hier durch geeignete Pflanzenarten zu einem Zwischenstopp angelockt.

Die Stadt Nürnberg begrüßt die Initiativen für insektenfreundliche Bepflanzungen und prüft in ihrem Zuständigkeitsbereich für öffentliche Grünflächen, wo Schmetterlingswiesen angelegt werden könnten.

Die Stadt Nürnberg konnte gewonnen werden, die mit dem „InsektenReich“ im Volkspark Marienberg schon eine vorbildliche Fläche geschaffen hatte und bei weiteren Anlagen auch immer die Bedürfnisse von Schmetterlingen im Auge behalten will.

Die Umweltstation und das Kindermuseum bieten Projekte für Schulklassen an.

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